Wettbewerb Fügen

 

Das Schloss mit seinem geräumigen Hof bildet historisch einen zur Siedlungszone abgeschlossenen Bereich im Zentrum Fügens.

Durch die Situierung an der Einbindung der Siedlungsachse entlang der Hochfügener Straße in die alte Landesstraße und unmittelbar neben der gotischen Pfarrkirche „Unserer lieben Frau Marie Himmelfahrt“ prägt das Schloss das Erscheinungsbild des Dorfkerns. Allerdings hat die Nutzung des Schlosses über die letzten 90 Jahre eine Einbindung in Aufgaben und Entwicklung des Dorfes nicht mitgetragen.

Die Aufgabe einer Gestaltung der Hofbereiche nach Abriss der historisch unbedeutsamen Wirtschaftsgebäude bietet die einmalige Gelegenheit, den Bezug der Freiflächen neu zu ordnen und das Zentrum Fügens neu zu beleben. Das Flächenangebot wird differenziert und in Weg- und Platzbereiche ausgeformt.

Der neue Platz wird ausgehend vom bestehenden Geländeniveau am südlichen Rand in Richtung Gemeindeamt (Nord) und Dorfplatz (West) schrittweise angehoben. Vorhandene Niveauunterschiede werden eliminiert und ermöglichen eine großzügig erlebbaren Raum im Dorfkern Fügens. Die Anhebung wird für zentral gelegene PKW-Parkflächen genutzt, Zu- und Ausfahrt erfolgen abseits des Platzes in der adaptierten Schulstraße. Die Einfriedung wird an mehreren Stellen großzügig geöffnet. Neue Sichtachsen auch von der Hauptstraße aus binden das Schloss und den Platz in das Dorfzentrum ein.

Die Rondelle bleiben als Referenz der historischen Einfriedung bestehen. Gemeinsam mit den neugeschaffenen Öffnungen bilden die Eingangsportale barrierefreie Zugänge auf dem neuen Areal. Dadurch werden vielfältige Wegbeziehungen entlang des Schlossareals geschaffen.

Die einheitliche Neugestaltung der Oberflächen mit durchgehender Materialität bricht die geschlossene privat wirkende Hofstruktur auf. Grünzonen und Wasserflächen bilden einen Rahmen für die vielseitige Nutzung des neugeschaffenen Dorfzentrums. Ein der historischen

Mauer folgender Grüngürtel schafft eine semitransparente Einfriedung und bildet den Abschluss des eigentlichen Platzes, welcher an den Schnittpunkten zum bestehenden Umfeld mit Wasserelementen betont wird. Wasserrinnen, Wasserspiele und Wasserbecken mit Sitzgelegenheiten durchqueren den Freiraum und vermitteln die Funktionen des Verweilens, Spielens und Erlebens.

Märkte, Musikveranstaltungen, Sportevents und andere saisonale Festlichkeiten finden hier die geeignete Bühne vor der historischen Kulisse.

Überdachte Sitzstufen ermöglichen ein witterungsunabhängiges Verweilen. Die mit Netzen überspannten Öffnungen im Grüngürtel sind Spielraum für Kinder und bilden die natürliche Belichtung des Parkdecks.

Das Konzept setzt die historische Bausubstanz in einen neuen Kontext mit der Dorfstruktur und ermöglicht eine Anordnung verschiedener

Nutzungen in enger Verbindung mit dem Dorfzentrum. Die Gestaltung ist Ausgangspunkt für eine, in Etappen zu entwickelnde intensivere Nutzung des Dorfkerns für hochwertige Dienst­leistungen und Geschäfte, die eine zukunftsorientierte Entwicklung des Zentrums in den Vordergrund stellt: Klare Vorstellung zur Nutzung des Flächenangebots im Schloss, ergänzt mit zentralen Parkmöglichkeiten unter einem autofreien, universell nutzbaren und großen Dorfplatz.

Das neue Zentrum Fügens versteht sich als Abfolge historischer und moderner Bausubstanz, die das Dorfleben der Fügener bereichert und den Ansprüchen internationaler Gäste entspricht.